Volvo Preis Villingen Schwenningen

Ich schlief noch tief und fest und träumte gerade irgendetwas, als der Wecker ging. War es wirklich schon 6:30h? Aufstehen, Kaffee machen, Haferflocken essen und um 7:15h saß ich auf dem Rad auf dem Weg zum Olympiastützpunkt Freiburg. Das ist der Ort, an dem alle Deutschen Athleten immer trainieren, im Kraftraum etc.
Ich brauchte 10 min dorthin, ich hatte mich mit 3 Fahrerinnen vom Rothaus Vita Classica Team verabredet. Es war wirklich nett, dass sie mich in ihrem Team Fahrzeug mit zum Volvo Preis in Villingen Schwenningen nahmen.
Wir kamen am Rennort an und es war schon Rennbetrieb, einige Klassen kämpften schon um Siege und Platzierungen. Ich holte meine Nummer, bereitete mein Fahrrad vor und dann fuhren wir alle los um den Kurs anzuschauen. Die Runde war ca 6.5 km lang und ziemlich flach. Gut für ein wenig Sprint/ Speedtraining.
Los ging es mit dem Rennen. Die ersten zwei Runden ging es gemütlich um den Kurs, man schaute sich gegenseitig etwas an. In der dritten Runde zog ich am einzigen kurzen Anstieg das Tempo etwas an und auf der Kuppe waren wir nur noch zu sechst. Diese Spitzengruppe hielt sich bis zum Schluss. Jede Runde gelang es mir, eine Fahrerin am Berg abzuhängen, so ging es zu viert in die letzte Runde. Da mein Sprint nicht der beste ist, versuchte ich es mit einer Attacke einen Kilometer vor dem Ziel, und es haette auch fast gerreicht, ein halbes Rad  fehlte.
Aber es war ein gutes Training, ich war zufrieden mit meiner Leistung, hatte ich doch diese Woche viel trainiert. Nach der Siegerehrung fuhr ich durch den Schwarzwald die 80km nach Hause, eine schöne Strecke! Zu Hause war ich dann doch etwas müde, machte mir etwas zu essen, ruhte mich aus und schaute die letzte Etappe des Giro d´Italia. Ich hoffe, die Erholung wird genug für morgen sein, da steht ein weiteres Rennen hier in der Region auf dem Programm, der Klassiker in Merdingen, der schon seit 1960 stattfindet. Es wird Spass machen, auf meinen Trainingsstrassen am Tuniberg ein Rennen zu fahren.

Bühlertal Hillclimb und Bad Wildbad XCM

Nach meiner Radtour nach La Bresse packte ich mein Rad ein, diesmal mein Mountainbike (29er Vertex), für zwei Renntage.
Nach einem kurzen Training am Samstag morgen fuhr ich nach Bühlertal. Dort gibt es einen MTB Hillclimb, der schon eine richtige Tradition hat. Jedes Jahr im Mai organisiert der lokale Verein dieses Rennen und mehr als 200 Biker nehmen teil.
Meine gute Freundin Agnes begleitete mich und nahm auch an beiden rennen teil, es war also ein echtes „Frauen Wochenende“. Von Buehlertal fuhren wir weiter nach Bad Wildbad, wo wir uns in einer wirklich schönen Ferienwohnung eingemietet hatten, Abendessen kochten und uns entspannten.
Am nächsten Tag stand das nächste Rennen auf dem Programm, diesmal 83km XCM. Ich mag das Rennen in Bad Wildbad, die Strecke ist schön und anspruchsvoll, mit spassigen technischen Abfahrten. Ich mag es auch, in langen Rennenmehrere Runden anstatt einer grossen Runde zu fahren. Mehrere kurze Runden machen alle Organisation (Verpflegung etc.) so viel einfacher. Ich verstehe nicht, warum viele Organisatoren eine grosse Runde machen. Auf einer kurzen Runde fühlt man sich nicht so verloren..
es war ein schönes Wochenende und auch wenn ich jetzt ein wenig müde bin, hat es richtig Spass gemacht. Im Marathon bin ich fast die gesamten 83km mit einem der Männerfahrer gefahren, bzw,. Habe es versucht. Bergab hatte er mich immer abgehängt, ich konnte mich an den Anstiegen aber immer wieder herankämpfen. Es war ganz lustig, weil ich mich darüber natürlich immer beschwerte. Es war also ein gutes Trainingswochende.

Le Markstein

Heute morgen bin ich ganz früh Richtung in La Bresse Frankreich mit dem Rad losgefahren. Der Cross Country Weltcup macht dort Station und somit eine gute Gelegenheit, einmal in den Vogesen zu fahren, den Markstein hoch und auf der anderen Seite wieder herunter. Dann noch einen kürzeren Pass, 6km, und schon ist man in La Bresse. Ich musste dort nur ein Auto abholen, anders wäre eine solche Ausfahrt direkt von zu Hause nicht möglich gewesen. Hin und zurück zu fahren wären sicher über 200km. Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich mal so lange gefahren wäre, sicher einige Jahre her. Als ich am Hotel der Deutschen Nationalmannschaft ankam, wo ich das Auto holen sollte, sah ich meinen kleinen grünen Honda direkt neben dem Deutschen Team Truck stehen. Der Deutsche Mechaniker Martin hatte freundlicherweise auf meinen Autoschlüssel aufgepasst. Als er mein Rad sah, meinte er, dass es dringend eine Wäsche benötigte. Ich weiss, das Wetter war schlecht und ich hatte keine Zeit (das heisst eigentlich: Ich war faul und nicht motiviert ;-) , nur Entschuldigungen). Was machte er also? Er wusch das Rad für mich! Vielen Dank! Jetzt ist es sooo sauber, ich werde nur noch bei trockener Strasse und gutem Wetter fahren. Also Sommer, jetzt wird es Zeit nach Mitteleuropa zu kommen!

Celtic Chrono

Gut hatte ich geschlafen und war voll mit Energie aufgewacht. Endlich war der Tag des Rennens gekommen. Celtic cChrono Ein paar Haferflocken und eine Banane zum Frühstück, das sollte mir Energie für das 34km lange Zeitfahren geben. Nach dem Frühstück relaxte ich noch eine stunde im Hotel, ging nochmal den Kurs im Kopf durch- Wie muss man welche Kurve fahren? Wo muss man schalten? Wo muss man antreten? Wo kann man etwas Energie sparen? Ich war bereit, bereit eine Stunde zu leiden.
Wir hatten unseren eigenen Fahrer, der uns am Hotel abholte und uns zur Strecke brachte. Er fuhr auch hinter mir im Rennen. Die ganze Veranstaltung war unglaublich gut organisiert und wir wurden das ganze Wochenede lang sehr gut behandelt.
Ich begann mit meinem Aufwärmprogramm. Ich fuhr die letzten 2km der Rennstrecke immer hin und her. Es war zum Glück recht wenig Verkehr, so dass dies ohne Probleme möglich war. Mein Zeitfahrrad funktionierte gut. Ich habe ein Custom made Fahrrad, extra für Zeitfahren hergestellt, welches wegen der Aerodynamik viel schmaler als normale Fahrräder ist. Deshalb konnt ich mich nicht auf der Rolle aufwärmen, wie sinst üblich. Das Rad passt in keine Rolle..
Los ging es von der Startrampe auf den Kurs. Den ersten Teil der Strecke hatte man starken Rückenwind. Insgesamt war es unglaublich stürmisch heute und es war hin und wieder ganz schön unruhig mit meinem Hochprofil-Vorderrad. Manchmal konnte ich die Aeroposition nicht halten und musste den Lenker normal fassen, um gegenzusteuern. Ich versuchte jedoch, dies so wenig wie möglich zu machen, denn eine solche Position ist nicht sehr aerodnamisch und im Zeitfahren geht es nun mal viel genau um diese Aerodynamik. Jede Sekunde zählt und kleine Fehler machen sich gleich in der Endzeit bemerkbar.
Als ich über die Ziellinie fuhr, war ich Zweite, am Schluss des Rennens Vierte. Das war eine echte Überraschung für mich, ich hatte nicht mit einer solchen Platzierung gerechnet. Der vierte Platz hiess auch 12 UCI Punkte. Es sind noch 3 Wochen Zeit bis zum Schluss der Qualifikationsperiode für die Olympischen Spiele, abermit meinen insgesamt 86 Punkten bin ich zeimlich sicher, die Qualifikation für London geschafft zu haben.

Singen XCM

Singen ist nur 120km von Freiburg entfernt. Jedes Jahr gibt es dort ein XCM Rennen und obwohl es so nah ist, habe ich noch nie dort teilgenommen. Ich glaube, ich war zu dem Termin immer irgendwie krank oder hatte andere Verpflichtungen.
Tim Böhme vom Team Bulls ist in Singen aufgewachsen und da ich oft mit ihm trainiert habe, war ich nun froh, auch mal bei senem „Heimrennen“ am Start zu stehen. Ich habe ihm für den Tag wirklich die Daumen gedrückt, weil das Rennen gleichzeitig die Deutrsche Meisterschaft war. Er ist dann glaube ich 6. geworden, worüber er nicht wirklich glücklich war.
Gleichzeitig war das Rennen die Generalprobe für die im nächsten Jahr an gleicher Stelle stattfindende Europameisterschaft. So war es auch für internationale Fahrer eine gute Gelegenheit, die Strecke einmal kennenzulernen
Ich durfte nicht im Rennen der Deutschen Damen starten, was ja bei einer Deutschen Meisterschaft auch normal ist, der Organisator hatte für alle ausländischen Teilnehmer ein Extra Rennen ausgeschrieben. Das Rennen war für mich vor allem ein gutes und hartes Training. Nach meinen Problemen im April brauchte ich unbedingt ein paar harte Einheiten, mein Körper ist noch nicht an hohes Tempo und Intensitäten gewöhnt, das merke ich deutlich. Wir starteten in einer grossen Gruppe von Männern. Manche waren Hobbyfahrer, aber es gab auch eine ganze Reihe von sehr starken Athleten darunter. Ich fuhr immer irgendwo am Hinterrad und blieb dort, solange es ging. Wenn ich es nicht mehr halten konnte, suchte ich mir ein neues Hinterrad. Ich sass auf meinem Rad und dachte, dass es mir wirklich Spass machte, mit brennenden Beinen gegen sich selbst und den Schweinehund zu kämpfen und immer schneller zu fahren.
Die Strecke in Singen ist technisch nicht sehr schwierig, aber konditionell recht anspruchsvoll. Es geht die ganze Zeit nur hoch und runter. Der Wind kann auf den Feldern um Singen auch eine Rolle spielen, gerade am Ende des Rennens. Insgesamt hat es Spass gemacjht und die Reise an den Bodensee hat sich gelohnt.

Endlich mal wieder ein Eintrag..

Es ist schon einige Wochen her, dass ich zuletzt ein Update meiner Homepage gemacht habe. Der April war ein Monat zum vergessen und ich wollte Euch nicht mit wehleidigen und schlechtgelaunten Posts langweilen. Normalerweise bin ich ja meist gut gelaunt, aber im April war das nicht so.
Nach meiner Rückkehr aus El Salvador, wo ich mich von Tag zu Tag stärker fühlte und durch die Rennen immer besser in Form kam, wurde ich krank. Irgendein Virus plagte mich für eine längere Zeit. Ich trainierte eine Woche gar nicht, das half nichts. Dann fing ich an zu trainieren, aber nichts ging, meine Energielevel waren sehr niedrig. Ich wollte unbedingt trainieren, aber mein Körper war noch nicht bereit. Das ist für Athleten immer eine schwere Situation, und es war auch hart für mich. Das schlechte und kalte Wetter machte die Sache nicht besser. Ich wollte unbedingt Rennen fahren, aber ich wusste, dass dies nur wenig Sinn machen würde.
Seit einer Woche fühle ich mich nun endlich wieder normal und konnte in den Trainingsbetrieb wieder einsteigen. Ich änderte also mein Program, zuerst musste ich mal wieder ein wenig trainieren, bevor ich ins Renngeschehen einsteigen würde.
Letzten Dienstag fuhr ich nach Italien zur Präsentation der 2013 (!) Rocky Mountain Produkte. Ich kann Euch sagen, die Räder für nächstes Jahr sehen super aus! Bald könnt ihr sicher schon ein paar Bilder davon sehen.
An den nächsten Tagen fuhr ich lange Touren auf den Strassen des Hoch Pustertals mit meinem Teamkollegen Carsten Bresser. Am ersten Tag fuhren wir fast noch auf schneebedeckten Strassen, als wir vom Kreuzbergpass Richtung Cortina d´Ampezzo abfuhren. Es war ziemlich kalt, aber ich war sehr zufrieden, dass ich endlich wieder tranieren konnte. Am zweiten Tag kam die Sonne, trocknete die Strassen und es standen wieder einige Pässe auf dem Programm. Nach dem Training setzte ich mich ins Auto und fuhr Richtung Gardasee, wo das Bike Festival am Wochenende anstand. Vorher wollte ich aber noch eine schöne Rennrad Tour fahren. Als ich am Freitag morgen in Riva aufwachte, war der Himmel blau, super Wetter! So fuhr ich los und kam abends mit einem grossen Lachen im Gesicht wieder. Monte Bondone und viele kleine Strassen in der Umgebung hatte ich erkundet.
Nach den ganzen langen Tagen auf dem Rad war ich doch etwas müde und entschloss mich, am nächsten Tag auf dem MTB eine lockere Runde mit meinem Teamkollegen Daniel und einem schwedischen Freund, Calle zu drehen. Am nächsten Tag stand schon das Rennen beim Bike Festival auf dem Programm. Dort sind immer viele enthousiastische Biker am Start, die von ihren Freunden, Familien und Angehörigen immer auf der ganzen Strecke angefeuert werden. Ich hatte mich bereits 10 Tage vor dem Rennen für das Rennen auf der kurzen Strecke entschieden, mit meiner Krankheitsvorgeschichte war das sicher die richtige entscheidung, auch wenn ich irgendwie fühlte, dass ich die lange Runde fahren müsste. Es war sicher die richtige Entscheidung, denn bereits heute konnte ich wieder richtig trainieren, was sonst nach sehr langen Rennen kaum möglich ist. Es läuft also wieder alles nach Plan, noch 88 Tage..

El Salvador, Grand Prix GSB

Der erste Teil des Rennens war sehr einfach. Keine der Topfahrerinnen startete irgendeine Attacke vor dem langen Anstieg des Tages. Im Anstieg machte Amber Neben dann Tempo, ich konnte kurzzeitig nicht mitfahren, fuhr meinen eigenen Rhythmus. 1 km vor dem Gipfel kam ich der Spitzengruppe immer näher und holte sie am höchsten Punkt ein. Amber kannte die Strecke und sagte mir, dass die Abfahrt schwer und technisch sei. Kein Problem dachte ich mir, ich werde einfach hinterher fahren.
Oben am Gipfel waren wir noch zu 12, am Ende der Abfahrt waren 8 Fahrerinnen übrig geblieben. Als ich noch Strassenfahrerin war, war ich nicht besonders gut in den Abfahrten, aber seitdem ich aufs MTB umgestiegen bin, fühle ich mich viel sicherer auf dem Rad.
Heute hatte ich ein gutes Rennen und gute Beine, ich bekam noch mal 16 Punkte, habe also 74 Punkte jetzt insgesamt, was für eine Olympia Teilnahme reichen sollte.

Vuelta El Salvador, 6. Etappe

Santa Ana was heute der Startort für das Rennen. Es war eine Stunde Fahrt mit dem Auto vom Hotel dorthin. Einschreiben und dann ging es schon bald los. 35 km auf einer Strasse und dann wieder die gleiche Strasse zurück. Eigentlich sollte die Etappe länger sein, aber es gab wohl Probleme mit der Strassensperrung in Richtung Guatemala. Es war aber kein Problem, alle waren nicht unglücklich darüber, da die Etappenfahrt ja nun schon einige Kräfte geraubt hat.
Gleich nach dem Start ging es zur Sache mit viele Attacken. Ich beteiligte mich auch, kam aber nicht entscheidend weg.
10km attackierte eine “BePink” Fahrerin, die schon weit im Gesamtklassement zurück lag. Man liess sie fahren.
Ich beendete das Rennen im Hauptfeld, sicherte meinen 9. Platz in der Gesamtwertung ab und bekam damit wieder ein paar Weltranglisten-Punkte, die mich Olympia ein wenig näher bringen.
Morgen ist hier noch ein Eintagesrennen, dann geht es nach Hause.

 

Vuelta el Salvador, 5. Etappe

Der Start zur 5. Etappe fand auf der Luftwaffenbasis von El Salvador statt. Es gab ein paar Reden und Photos mit den Soldaten. Einerseits ganz interessant, aber andererseits auch anstrengend, sind wir ja eigentlich hier um Rennen zu fahren. Ich fühlte mich also nicht so wohl, eine Stunde in der Sonne zu stehen und irgendwelchen Reden zuzuhören. Ich wollte einfach nur losfahren und die Etappe endlich starten. Ich war auch sehr müde heute morgen, und deshalb unsicher, wie es mir im Rennen gehen würde. Wenn man müde ist, hat man seine Emotionen auch nicht so richtig unter Kontrolle und ich wollte schon am liebsten nach Hause fahren . Jetzt geht es mir aber schon besser und ich werde weiter kämpfen. Die ersten 20km der heutigen Etappe waren ganz einfach, das US Team kontrollierte das Feld. Es gab keine richtige Attacke, bis Rosella Rosato aus Italien ein paar mal angriff und auch schaffte, eine keine Lücka zum Feld aufzutun. Die Amerikanerinnen liessen sie aber nicht so richtig weg, hielten den Abstand auf 20-30 Sekunden. Sehr schlau haben sie das gemacht, so wurde sie vorne immer müder. Es ging dann in eine Abfahrt und ich sah, wie eine Kubanerin und eine Mexikanerin an der Italienerin vorbeifuhren und eine Lücke rissen. Wir holten die Italienerin ein und ich wusste, dass das nun eine gute Chance war. Ich griff an und versuchte die Spitzenfahrerinnen zu erreichen. Alle reagierten und fuhren mir hinterher, beim zweiten Versuch war ich dann aber weg und machte mich auf den Weg nach vorne. Ich habe fast 5km dafür gebraucht. Ich dachte zwischenzeitlich schon, dass ich es nicht schaffe, aber dann ging es doch irgendwie. 1 Minute, 1:30, 2 Minuten Vorsprung. Das sah gut aus, dachte ich mir. Keine von uns war eine echte Bedrohung im Gesamtklassement. Dann verloren wir aber Zeit. Die Italienerinnen und auch die Ukrainerinnen machten sich auf die Verfolgung. Nach 30km wurden wir eingeholt, es war ein bisschen frustrierend. Warum liessen sie uns nicht fahren? Die letzten 20km ging es über eine sehr schlechte Strasse. Ich hate Angst, in eines der grossen und tiefen Schlaglöcher zu fahren, Defekt zu bekommen oder zu stürzen. 10 km vor dem Ziel flog plötzlich eine Fahrerin rechts von mir durch die Luft. Sie hatte versucht, einem Schlagloch auszuweichen und dabei unbewusst gebremst. Wenn man bremst, kann man aber sein Rad nicht mehr gut kontrollieren und schon war es passiert. Einfacher gesagt als getan, denn wenn man in solchen Sitationen ist, bremst man automatisch, auch wenn man weiss, dass das nicht richtig ist. Das Gehirn befiehlt es einfach. Sie nahm noch ein paar andere Fahrerinnen mit, ich hatte Glück und war nicht im Sturz involviert. Amber Neben, die Gesamtführende, war aber im Sturz und verlor dadurch die Führung. Das ist echt schade, denn sie war die stärkste Fahrerin im Feld und ihr Team hatte den ganzen Tag eine super Arbeit gemacht. Jetzt haben die Barsilianerinnen das gelbe Tricot und es gibt morgen bestimmt noch mal einen richtigen Kampf mit vielen Attacken.

Vuelta El Salvador, Etappe 3+4

Ich war gestern nach den beiden Etappen so müde, ich wollte nur im Hotel mit Klimaanlage bleiben und nicht zum Essen gehen. Nach der Nacht bin ich immer noch ziemlich müde, aber das ist bei den anderen Fahrerinnen nicht anders. Es war ein echt harter Tag gestern. Den ganzen Tag waren wir draussen in der Hitze und mussten zwei Rennen fahren.
Das Rennen am morgen war nur 47km lang, eine 23.5km Runde musste zweimal durchfahren werden. Die Runde war schwer, kein Meter war flach, nur Anstiege und ziemlich schwere Abfahrten. In den Abfahrten gab es auch noch viele “Sped Bumps” , was die Sache doch anspruchsvoll machte. Am Start ging es gleich sehr schnell los, das Feld flog gleich in Stücke. Ich verpasste erstmal die Spitze, konnte aber mit ein paar anderen Fahrerinnen in der Abfahrt wieder aufschliessen. Am zweiten Hügel gab es wieder Attacken, ich war mit dabei, aber am dritten Anstieg konnte ich nicht mehr folgen. Ich war in der zweiten Gruppe. Da wollte keiner so richtig arbeiten, also verloren wir viel Zeit auf die Spitze, was aber an meiner Overall Position (9.Platz) nichts änderte. Ich war 11. auf dieser Etappe.
Dann war es Zeit zum Mittagessen und ein wenig Erholung. Nach nur 1.5 Stunden ging es wieder zurück an den start- Zeitfahren, 4km. Ziemlich kurz. Normalerweise liegen mir Zeitfahren und ich bin da auch nicht schlecht, aber diesmal habe ich nie meinen Rhythmus gefunden. Ich wollte schnell fahren, aber es ging nicht. Dummerweise verlor ich so einen Platz in der Gesamtwertung, ich bin jetzt 10.
Heute steht eine 125 km Etappe an, was 4 Stunden in der Hitze bedeutet..

 

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