Ornans

Irgendwie klappt es mit Ornans und mir nicht mehr. Das kleine Dorf in der Nähe von Besancon liegt in einer wunderschönen Gegend, wie gemacht für Outdoor Aktivitäten. Es gibt dort auch einen traditionsreichen Marathon jedes Jahr.
In 2008 nahm ich dort zum ersten Mal teil. Schon damals ging eigentlich alles schief. Wir hatten uns im einzigen Hotel des Ortes im Zentrum eingemietet, ich erinnere mich an das wundervolle Essen. Leider erinnere ich mich auch daran, dass ich mir im Training auf der Strecke ohne Sturz den Nacken verrenkte, und zwar so stark, das ich meinen Kopf nicht mehr halten und nur im Bett liegen konnte. Wir entschglossen und also, zurück nach Hause zu fahren, um die Sache zu behandeln. Am Renntag fuhren wir dann um 5 Uhr morgens los um rechtzeitig zum Start um 9 Uhr vor Ort zu sein. Ich konnte meinen Kopf zwar kaum von rechts nach links bewegen, aber da ich zu dem Zeitpunkt die Weltcupwertung anführte, wollte ich unbedingt fahren um meine Führung zu verteidigen. Nach 8 km im Rennen verlor ich mein Pedal, reparierte es, fuhr vom letzten wieder bis auf den dritten Platz vor. Dann verklemmte sich die Kette zwischen Speichen und Kassette, es dauerte auch hier eine Ewigkeit, es zu reparieren. Als nächstes habe ich mich fast selbst erdrosselt, als sich mein Helm in einem Busch an der Strecke verfing und mich beinahe vom Rad riss, ich musste anhalten und mich befreien. Irgendwie bin ich doch noch ins Ziel gekommen und es hat auch für die Gesamtwertung noch gereicht, auch wenn mein Hals natürlich dadurch nicht besser wurde.
Im nächsten Jahr wurde mein Hals schlimmer, ein Bandscheibenvorfall war der Grund und hielt mich 3 Monate vom Radfahren fern.  Im Herbst wollte ich dann wieder teilnehmen, das Hotel war gebucht, aber meine verengte Iliacalarterie hielt mich diesmal auf. Es ging nicht, wir sind nicht angereist. Ich konnte es einfach nicht vertragen, dass mein „Motor“ stark war, aber mein rechtes Bein nicht so wollte wie der Antrieb. Ich glaube das war der Zeitpunkt, an dem sie uns im Hotel von Ornans auf die schwarze Liste gesetzt haben. 2008 nur eine Nacht wahrgenommen, 2009 nicht angereist… 2010 schlug ich mich mit meiner verengten Arterie durch die Saison, aber lies mich dann im Herbst gleich operieren.
2011 konzentrierte ich mich im Herbst auf die Olympiaqualifikation auf der Strasse, also kein Ornans auf dem Plan. Ich hatte einen super Herbst mit Top Ergebnissen in Rundfahrten und Zeitfahren, hätte also vielleicht auch mal in Ornans klappen können.
Wie wird es in 2012 mit Ornans und mir? Schaffe ich es endlich mal verletzungsfrei und ohne Probleme an die Startlinie? Ich glaube nicht. In Finnisch haben wir ein Sprichwort „kolmas kerta toden sanoo“ (Das dritte Mal sagt Dir die Wahrheit). Ich war 2 Wochen krank, habe dann 1.5 Wochen mehr schlecht als recht versucht zu trainieren und liege seit gestern wieder mit Halsschmerzen auf dem Sofa. Eigentlich wollten wir morgen nach Ornans fahren, aber ich fühle mich einfach sch*****. Im Moment hasse ich Ornans.

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