Hinterzarten statt Ornans…

Meine Eltern und mein Bruder sind gestern hier angekommen. Eigentlich wollten sie heute morgen nach Ornans fahren, um mich bei der WM zu unterstützen. Es kam alles anders.
Ich habe jetzt seit einer Woche nicht trainiert und bin immer noch krank. Die Antibiotika haben nicht so richtig geholfen. Am Mittwoch fliege ich nach Finnland und werde wohl dort zum HNO Spezialisten gehen, ich habe immer noch diesen Druck in der Stirn und meine Nase ist zu. Irgendwas muss jetzt gemacht werden.
Wie fühlt es sich an, nicht an einem Rennen teilzunehmen, für das man sich lange vorbereitet hat und immer davon geträumt hat, es ein einziges Mal zu  gewinnen? Es ist schwer. Das Schwerste ist es, einzusehen, dass die Gesundheit es nicht zulässt zu starten und dann diese Entscheidung zu treffen. Viele Tränen fliessen bevor eine solche Entscheidung dann getroffen wird. Wenn man es dann ausgesprochen hat und die Lage klar ist, kann man sich irgendwie damit arrangieren. Man schliesst das Kapitel, das Leben muss weitergehen.
Heute morgen waren meine Gedanken in Ornans an der Startlinie. Ich dachte daran, wie ich mich aufwärmen würde, wie der Startschuss fällt. Dann dachte ich nicht mehr an das Rennen. Die emotionalen Momente sind immer vor dem Start, weil jeder Athlet seine über Jahre antrainierte Routine hat, die er in jedem Rennen abruft. Im Rennen ist es immer anders. Das macht das Rennen fahren auch so spannend und reizvoll!
Anstatt Rennen zu fahren fuhren wir nach Hinterzarten, einem kleinen Dorf im Schwarzwald. Wir spazierten hoch zur Skischanze und sahen ein paar Nachwuchsathleten beim Training zu. Weiter ging es im Regen zum Schwarzwald Ski Museum. Dort trafen wir, wie es der Zufall will, Georg Thoma, den Olympiasieger in der nordischen Kombination von 1960. Ein super fitter, 75 jähriger Gentleman, der uns viele Geschichten von seinen Finlandbesuchen und den Wettkämpfen dort in den 60er und 70er Jahren erzählte.
Ich habe ihn erstmals im Jahr 2005 getroffen, und jedesmal, wenn ich am Ultrabike Marathon in Kirchzarten teilnahm, feuerte er mich irgendwo im Wald mit „Hyvä Suomi“ „Go Finland“ an.
ich habe so viele solcher Erinnerungen von interessanten Menschen, die ich über die Jahre im Leistungssport kennenlernen durfte. Diese Jahre möchte ich nicht missen aber nun ist es Zeit für Veränderungen und neue Herausforderungen, dazu später mehr…

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