Pia´s Abschiedsrennen

„Rossi Uphill“ Ist ein inoffizielles Rennen hier bei uns in der Region, welches wir vor ein paar Jahren immer mal wieder durchführten. Es ist eine Spassveranstaltung, das Ziel ist auf unserem Hausberg, dem Rosskopf, aber die Strecke ist nicht fest vorgegeben, jeder kann dort langfahren, wo er denkt dass es am schnellsten ist. Wer als erster oben ist, hat gewonnen. Nach ein paar Jahren ohne Rennen fand es jetzt wieder statt, diesmal als mein Abschiedsrennen. Start war um 17:30h und wie immer starteten alle in verschiedene Richtungen. Die anderen Mädels und ich fuhren zusammen. Es war eine super Möglichkeit, ein wenig zu über die alten Zeiten zu plaudern und über die vielen Trainingsstunden und Rennen, die wir zusammen verbracht hatten. Am Gipfel wurde auf die letzten Starter gewartet, dann ging es wieder runter und am Start gab es dann noch eine nette Party in der Bäckerei Lienhart. Es war eine sehr schöner und bewegender Moment für mich, meine Karriere so zu beenden und so viele Leute zu meinem Abschied vom offiziellen Rennbetrieb noch mal zu sehen. Vielen Dank an Bernd Lienhart für das super Essen und an Alle, die heute teilgenommen haben. Ich werde diesen Abend nie vergessen.

Die Resultate des Rennens sind  hier zu finden 🙂
(Die Teilnehmer mit DNS and DNF waren ausserhalb des Zeitlimits, sie hatten es vorgezogen, schon mit der Party im Start-Bereich zu beginnen anstatt  Rennen zu fahren!)

Hinterzarten statt Ornans…

Meine Eltern und mein Bruder sind gestern hier angekommen. Eigentlich wollten sie heute morgen nach Ornans fahren, um mich bei der WM zu unterstützen. Es kam alles anders.
Ich habe jetzt seit einer Woche nicht trainiert und bin immer noch krank. Die Antibiotika haben nicht so richtig geholfen. Am Mittwoch fliege ich nach Finnland und werde wohl dort zum HNO Spezialisten gehen, ich habe immer noch diesen Druck in der Stirn und meine Nase ist zu. Irgendwas muss jetzt gemacht werden.
Wie fühlt es sich an, nicht an einem Rennen teilzunehmen, für das man sich lange vorbereitet hat und immer davon geträumt hat, es ein einziges Mal zu  gewinnen? Es ist schwer. Das Schwerste ist es, einzusehen, dass die Gesundheit es nicht zulässt zu starten und dann diese Entscheidung zu treffen. Viele Tränen fliessen bevor eine solche Entscheidung dann getroffen wird. Wenn man es dann ausgesprochen hat und die Lage klar ist, kann man sich irgendwie damit arrangieren. Man schliesst das Kapitel, das Leben muss weitergehen.
Heute morgen waren meine Gedanken in Ornans an der Startlinie. Ich dachte daran, wie ich mich aufwärmen würde, wie der Startschuss fällt. Dann dachte ich nicht mehr an das Rennen. Die emotionalen Momente sind immer vor dem Start, weil jeder Athlet seine über Jahre antrainierte Routine hat, die er in jedem Rennen abruft. Im Rennen ist es immer anders. Das macht das Rennen fahren auch so spannend und reizvoll!
Anstatt Rennen zu fahren fuhren wir nach Hinterzarten, einem kleinen Dorf im Schwarzwald. Wir spazierten hoch zur Skischanze und sahen ein paar Nachwuchsathleten beim Training zu. Weiter ging es im Regen zum Schwarzwald Ski Museum. Dort trafen wir, wie es der Zufall will, Georg Thoma, den Olympiasieger in der nordischen Kombination von 1960. Ein super fitter, 75 jähriger Gentleman, der uns viele Geschichten von seinen Finlandbesuchen und den Wettkämpfen dort in den 60er und 70er Jahren erzählte.
Ich habe ihn erstmals im Jahr 2005 getroffen, und jedesmal, wenn ich am Ultrabike Marathon in Kirchzarten teilnahm, feuerte er mich irgendwo im Wald mit „Hyvä Suomi“ „Go Finland“ an.
ich habe so viele solcher Erinnerungen von interessanten Menschen, die ich über die Jahre im Leistungssport kennenlernen durfte. Diese Jahre möchte ich nicht missen aber nun ist es Zeit für Veränderungen und neue Herausforderungen, dazu später mehr…

Keine WM für mich..

This was a hard decision to make, but health goes first. I had to start with antobiotics yesterday. After I made the decision I just allowed myself to be sick. Until now I have tried to ignore how bad I have been feeling. I have been lying to myself, telling myself I am all fine.
So, Ornans. You won the battle again.

Das war eine harte Entscheidung, aber die Gesundheit geht vor. Ich muss seit gestern Antibiotika nehmen. Jetzt erlaube ich mir einfach, krank zu sein. Bisher habe ich irgendwie versucht, das schlechte Gefühl, was mich die letzten TAge im Training begleitete, zu ignorieren und mir einzureden, dass es mir gut geht. Also Ornans, Du hast wieder gewonnen.

Ornans

Irgendwie klappt es mit Ornans und mir nicht mehr. Das kleine Dorf in der Nähe von Besancon liegt in einer wunderschönen Gegend, wie gemacht für Outdoor Aktivitäten. Es gibt dort auch einen traditionsreichen Marathon jedes Jahr.
In 2008 nahm ich dort zum ersten Mal teil. Schon damals ging eigentlich alles schief. Wir hatten uns im einzigen Hotel des Ortes im Zentrum eingemietet, ich erinnere mich an das wundervolle Essen. Leider erinnere ich mich auch daran, dass ich mir im Training auf der Strecke ohne Sturz den Nacken verrenkte, und zwar so stark, das ich meinen Kopf nicht mehr halten und nur im Bett liegen konnte. Wir entschglossen und also, zurück nach Hause zu fahren, um die Sache zu behandeln. Am Renntag fuhren wir dann um 5 Uhr morgens los um rechtzeitig zum Start um 9 Uhr vor Ort zu sein. Ich konnte meinen Kopf zwar kaum von rechts nach links bewegen, aber da ich zu dem Zeitpunkt die Weltcupwertung anführte, wollte ich unbedingt fahren um meine Führung zu verteidigen. Nach 8 km im Rennen verlor ich mein Pedal, reparierte es, fuhr vom letzten wieder bis auf den dritten Platz vor. Dann verklemmte sich die Kette zwischen Speichen und Kassette, es dauerte auch hier eine Ewigkeit, es zu reparieren. Als nächstes habe ich mich fast selbst erdrosselt, als sich mein Helm in einem Busch an der Strecke verfing und mich beinahe vom Rad riss, ich musste anhalten und mich befreien. Irgendwie bin ich doch noch ins Ziel gekommen und es hat auch für die Gesamtwertung noch gereicht, auch wenn mein Hals natürlich dadurch nicht besser wurde.
Im nächsten Jahr wurde mein Hals schlimmer, ein Bandscheibenvorfall war der Grund und hielt mich 3 Monate vom Radfahren fern.  Im Herbst wollte ich dann wieder teilnehmen, das Hotel war gebucht, aber meine verengte Iliacalarterie hielt mich diesmal auf. Es ging nicht, wir sind nicht angereist. Ich konnte es einfach nicht vertragen, dass mein „Motor“ stark war, aber mein rechtes Bein nicht so wollte wie der Antrieb. Ich glaube das war der Zeitpunkt, an dem sie uns im Hotel von Ornans auf die schwarze Liste gesetzt haben. 2008 nur eine Nacht wahrgenommen, 2009 nicht angereist… 2010 schlug ich mich mit meiner verengten Arterie durch die Saison, aber lies mich dann im Herbst gleich operieren.
2011 konzentrierte ich mich im Herbst auf die Olympiaqualifikation auf der Strasse, also kein Ornans auf dem Plan. Ich hatte einen super Herbst mit Top Ergebnissen in Rundfahrten und Zeitfahren, hätte also vielleicht auch mal in Ornans klappen können.
Wie wird es in 2012 mit Ornans und mir? Schaffe ich es endlich mal verletzungsfrei und ohne Probleme an die Startlinie? Ich glaube nicht. In Finnisch haben wir ein Sprichwort „kolmas kerta toden sanoo“ (Das dritte Mal sagt Dir die Wahrheit). Ich war 2 Wochen krank, habe dann 1.5 Wochen mehr schlecht als recht versucht zu trainieren und liege seit gestern wieder mit Halsschmerzen auf dem Sofa. Eigentlich wollten wir morgen nach Ornans fahren, aber ich fühle mich einfach sch*****. Im Moment hasse ich Ornans.

Weltmeisterschaft Valkenburg

Die Fähre bringt uns von Turku nach Stockholm, unsere Reise geht weiter durch Schweden und Dänemark. Nach 16 Stunden kommen wir irgendwo in Deutschland an. Ich erinnere mich an ein paar Strassenschilder auf denen „Hamburg“ zu lesen war. Wir sind hundemüde. Die finnische Damennationalmannschaft wird an der Pattensen Rundfahrt teilnehmen. Wir sind im Jahr 1994. Als erstjährige Fahrerin in der Eliteklasse, mit 19 Jahren, war es für mich nicht einfach, in einem Feld mit so vielen Teilnehmerinnen mitzufahren. Es war mein erstes internationales Rennen. Jetzt kann ich mit einem Lachen zurückblicken. In diesem Rennen hörte ich den Namen Judith Arndt das erste Mal. Sie gewann das Rennen und ich war ein grosser Fan von ihr. Sie war so schnell. Ich fuhr in den nächsten Jahren viele Rennen mit ihr, konnte sie auch öfters schlagen, aber irgendwie haben wir nie viele Worte gewechselt. Jetzt bedauere ich es ein wenig. Judith hat einen unglaublichen Palmares. Seit Pattensen gewann sie mit grosser Regelmäßigkeit und blieb immer sehr bescheiden in ihrem Auftreten. Sie in Valkenburg das Zeitfahren gewonnen und wurde auch noch mal 8. Im Strassenrennen. Sie hat jetzt Ihre Karriere in Valkenburg beendet und schaut, was der Rest des Lebens noch so zu bieten hat. Alles Gute Judith!

Sport ist eine gute Sache, um die Persönlichkeiten von Menschen kennenzulernen. Als ich mir die Frauenrennen in Valkenburg angechaut habe, wäre ich am liebsten selbst dort gewesen. Heute im Männerrennen habe ich mit einiger Nervosität vor allem danach geschaut, was meine Trainingskollegen aus dem Freiburger Raum, Johannes Fröhlinger und Fabian Wegmann so leisten. Beide sind ein ganz starkes Rennen gefahren und haben John Degenkolb zum 4. Platz verholfen. Lustig, mit John bin ich vor 5 Jahren auf Mallorca zusammen noch Intervalle gefahren, da war er 19. Heute wurde er 4. Und ist einer der Stars in der Pro Tour. Die Zeit steht nicht still!

Birkebeiner

Im Jahr 2005  nahm ich hier an meinen ersten MTB Weltmeisterschaften teil und wurde Fünfte. Seitdem bin ich jedes Jahr wieder hier den „Birkebeinerrittet“ gefahren. Start ist in Rena aund das Ziel traditionell in Lillehammer. Es ist ein grosses Rennen, welches immer live im noregischen Fernsehen übertragen wird, das Medieninteresse ist riesig. Das macht es auch so interessant für uns Athleten.

Meine gute Freundin Wenche holte mich am Flughafen in Oslo ab und wir fuhren nach Rena, wo wir, wie fast jedes Jahr, bei Erna, einer netten alten Dame, untergebracht waren. Wir die übrigen Jahre auch gab es Elchfleisch zum Abendessen, sehr traditionell und eine gute Vorbereitung für das Rennen. Ich war ein wenig unsicher was meine Form betraf, denn nach den Olympischen Spielen war es nicht so einfach, wieder eine Systematik ins Training zu bekommen.
Die Rennbedingungen dieses Jahr waren trocken, was es einfacher für alle Teilnehmer machte. Im ersten Anstieg zog ich das Tempo an und schon bald war ich mit zwei anderen Fahrerinen alleine. Das war einfacher zu kontrollieren als eine grosse Gruppe.
Ich gewann den ersten Zwischensprint und im nächsten Anstieg setzte ich eine erneute Attacke, riss eine Lücke und entschloss mich, die letzten 70km alleine zu fahren.
Es wurde mein sechster Sieg hier beim Birkebeiner. Für mich ist es immer etwas ganz besonderes, in Skanidinavien zu gewinnen.

Schon wieder packen..

Mein MTB ist verpackt und auch meine Tasche ist bereit. Es geht nach Norwegen zum Birkebeiner Rennen, einer der grössten MTB Veranstaltungen mit mehr als 10 000 Startern. Erna, unsere Gastmutter dort, und Wenche, meine gute Freundin, warten schon. Es gibt sicher wieder Elchfleisch zum Essen, Erna verwöhnt uns immer vor dem Rennen..

Zurück im Training im Schwarzwald

Meine Ferien in meiner Heimatstadt Kokkola gingen zu schnell vorbei. Ich habe die Tage mit „Nichtstun“ genossen und wurde von meiner Mutter mit gutem essen verwöhnt.
Nach 2 Wochen Pause habe ich nun das Training wieder aufgenommen und fahre mit meinem MTB durch den Schwarzwald. Ich muss sagen, dass ich meine Strassenräder im Moment nicht vermisse! Die Trails im Schwarzwald sind super und schön trocken, perfekt zu fahren!
Zudem speilt das Wetter mit, es ist richtig warm im Moment, in den nächsten Tagen soll es bis zu 40 Grad warm werden. Schauen wir mal, ich kühle mich ja nach dem Training sowieso meistens im Strandbad auf der 50m Bahn ab..

Mein Olympia Blog

Zwischen dem 16.7.2012 und dem 13.8.2012 könnt Ihr unter www.pia-in-london.com mit in London dabei sein.

Europameisterschaft XCM

Nachdem ich mir 3 Tage land die Strecke der Europameisterschaft genau angeschaut hatte, erholte ich mich am Freitag und trainierte gar nicht. Ich machte nur die Fahrräder in der Sonne sauber und genoss das gute Wetter. Es war ja nun lang genug schlecht und regnerisch. Am Samstag inspizierte ich dann ein letztes Mal die letzten Kilometer der Strecke. Ich wollte noch mal ganz genau die Abfahrten, Kurven und Trails sehen, für den Fall, dass es zum Sprint kommen würde.
Vor 20 Jahren fuhr ich mein erstes Rennen in Tschechien, damals die U23 Europameisterschaften auf der Strasse. Ein lustiges Gefühl.
Sonntag morgen. Der Renntag. Ein Kurs, der mir sehr gut gefiel. Ein Kurs, bei dem es auch um die richtige Taktik gehen würde, lang genug ruhig zu bleiben. I fühlte mich gut, die Beine waren gut, fertig zum Kampf. Ich fuhr mich nur kurz warm, denn ich wusste von den Vorjahren, dass es ein langsamer Start werden würde, man hatte also genug Zeit im Rennen, warm zu werden.
Im ersten Teil des Rennens war ich nie in der Führung, fuhr immer an zweiter oder dritter Position. Ich hatte vorher entschieden, erst bei 15km nach vorne zu fahren und etwas Gas zu geben. Im ersten, technischen Singletrack-Anstieg. Gesagt, getan. Am Ende des Singletrails waren wir noch zu fünft in der Spitzengruppe. Es lief gut, genau, wie ich gepant hatte. Ich hielt mich in der Tempoarbeit zurück, musterte meine Konkurentinnen und überlegte, was gegen wen wohl die beste Taktik wäre. Ich merkte bald, dass es sicher schwer werden würde, Sally Bigham in den Anstiegen abzuhängen, sie war in Top Form, also musste ich mir für sie etwas anderes überlegen. Aber zuerst mussten wir die Deutschen Elisabeth Brandau und Sike Schmidt loswerden. Bei Kilometer 45 kam eine Serie von steilen, technischen Anstiegen, hier konnte ich mit Sally zusammen eine Lücke reissen. Perfekt, es lief wie geplant, jetzt konnte ich mich auf den nächsten Teil meines Plans konzentrieren. Mein Plan war ganz einfach: Ich wollte es auf einen Sprint ankommen lassen, da ich mir ziemlich sicher war, Sally da zu schlagen. Also bereitete ich mich die letzten 30km im wesentlichen auf den Sprint vor, ohne in meinen Führungen irgendwie aufs Tempo zu drücken. Ich dachte nur daran, möglichst viel Kraft zu sparen und meine Beine zu lockern. Als wir dem Ziel näher kamen, schauet ich mir noch mal die Windrichtung an. Ich sah, dass wir wahrscheinlich auf der Geraden 300m vor dem Ziel Gegenwind haben werden, und dann kurz vor dem Ziel nach ein paar Kurven Rückenwind.
Noch 5km. Ruhig bleiben, konzentriert bleiben. Wir überholten einen Männerfahrer, der 15 Minuten vor uns gestartet war. Er fuhr mit uns und ich wurde richtig wütend! Das hatte gerade noch gefehlt! Ein Männerfahrer, der sich in unseren Fight einmischt. Ich schrie ihn an er solle abhauen, was er dann auch tat und lies sich zurückfallen. 2km vor dem Ziel ging es in die letzte Singletrail Abfahrt. Ich konnte eine kleine Lücke reissen, aber Sally kam an einem kleinen Gegenanstieg zurück und überholte mich kurz vor der Spitze. Das war mir ganz recht, so fuhr sie die letzte Gerade mit Gegenwind 300m von vorne. Es kamen ein paar Kurven vor dem Ziel und vor der ersten Kurve trat ich an, fuhr in der Kurve aussen an Sally vorbei und gab diese Position bis ins Ziel nicht mehr ab.
Heute bekam ich zum dritten Mal das Blaue Tricot mit den gelben Sternen. Dieses Mal wurde auch die Finnische Nationalhymne richtig gespielt. Ich wusste, dass der Organisator damit kein Problem haben würde, so nah an Liberec, wo viele Skilanglaufwettlkämpfe stattfinden und die Finnen traditionell erfolgreich sind.
Ich bekam auch einen netten Sachpreis, eine 4.5kg grosse Toblerome Schokolade. Die werde ich am Ende der Saison mit allen Freunden verzehren.


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